Tourismus in Schleswig-Holstein steigt – doch nicht alle profitieren

31. Mai 2017 | Von | Kategorie: Arbeit & Soziales, Freizeit

Obwohl die Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein stark steigen, sinken die Besucherzahlen der Freizeiteinrichtungen. Im Durchschnitt brach diese 2016 um 6,4 Prozent ein. Das geht aus Daten hervor, die der Tourismusverband Schleswig-Holstein jetzt veröffentlicht hat. „Nicht wenige Monate wiesen Verluste in zweistelliger Höhe auf“, heißt es in einer Analyse des Deutschen Wirtschaftswissenschaften Instituts für Fremdenverkehr (dwif) für das „Tourismusbarometer 2016“. Im Vergleich zu anderen Bundesländern habe sich die Freizeitwirtschaft im Norden ebenfalls schwächer entwickelt. Die größten Rückgänge gab es hierzulande im Haupt-Urlaubsmonat Juli mit einem Minus von 19,9 Prozent und im September mit minus von 24,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Museen gibt das Tourismusbarometer einen Besucherrückgang von 4,9 Prozent an. Stadtführungen wurden 2016 um 3,8 Prozent weniger gebucht als 2015. Zwei Drittel der Anbieter verkauften weniger Tickets als 2015. Eine Stagnation verzeichneten unterm Strich die Erlebnisbäder und Thermen. Vergleichsweise gut behaupteten sich dagegen die Natur-Infozentren mit plus 2,4 Prozent. Für die Kategorie Schlösser meldet das „Tourismusbarometer“ das mit Abstand höchste Plus von 13,8 Prozent. Das dwif führt dies zum Teil aber auf einen „Sondereffekt“ wie die Landesgartenschau in Eutin zurück. Für deren Besucher gab es ein Kombi-Angebot inklusive des angrenzenden Schlosses. Insgesamt bildet das „Tourismusbarometer“ 62 Einrichtungen ab. 2016 betrug das Übernachtungsplus landesweit 4,6 Prozent. Dass es bei vielen Freizeitangeboten trotzdem zu Einbrüchen kam, erklärt Tourismusverbands-Geschäftsführerin Catrin Homp unter anderem damit, dass die Resonanz auch stark von der Nutzung durch Einheimische und Tagesausflügler innerhalb Schleswig-Holsteins abhänge. Tendenziell sei dabei eine Stagnation zu beobachten. „Die Bevölkerungsentwicklung und die Altersverschiebung wirken sich hier aus“, so Homp. Zudem sei das Wetter ein zentraler Einflussfaktor auf Besucherzahlen. Als Lösungsansätze für eine Umkehr empfehlen Tourismusverband und dwif mehr Investitionen, eine Digitalisierung von Angeboten, Veranstaltungen und eine engere Kooperation mit dem Gastgewerbe sowie der touristischen Ortsebene.

 

Von Dion

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