Zwei UN-Mitarbeiter entführt und ermordet

29. März 2017 | Von | Kategorie: Arbeit & Soziales

Zwei ausländische Mitarbeiter der UN-Friedensmission Monusco sind in der Demokratischen Republik Kongo getötet worden. Mitte März waren der aus den USA stammende Michael Sharp und die Schwedin Zahida Catalan in der Unruheprovinz Kasai-Central entführt worden – nun wurden ihre Leichen gefunden, wie der Sprecher der Regierung in Kinshasa, Lambert Mende, am Dienstag sagte. Die Schwedin wurde demnach enthauptet. Die örtliche Polizei habe mehrere Leichen gefunden, sagt Mende. Darunter die beiden UN-Experten. Am 12. März waren die beiden zusammen mit vier Kongolesen bei Recherchen in der Provinz Kasai-Central verschleppt worden. Es handelte sich bei den vier entführten Kongolesen um einen Übersetzer und drei Motorradtaxifahrer. Seit Mitte August wird die Provinz Kasai-Central von Kämpfen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften erschüttert. Dafür war die Tötung eines Dorfvorstehers bei einem Militäreinsatz der Auslöser. Diese Gewalt dehnte sich auch über die benachbarten Provinzen aus. Die kongolesische Polizei warf am Montag den Rebellen ein „Massaker“ an 39 Beamten vor. Der Vater des ermordeten UN-Experten, John Sharp, berichtete auf Facebook von dem Leichenfund. Vermutlich handelte es sich bei den Toten um seinen Sohn und dessen Kollegin. DNA-Proben und ein Gebiss-Abgleich würden letzte Gewissheit bringen.

Die zwei ermordeten UN-Experten gehörten einer Mission an, die auf der Grundlage einer UN-Resolution aus dem Jahr 2004 jedes Jahr einen Bericht über die Lage in der Demokratischen Republik Kongo anfertigt. Vor allem geht es dabei um Waffenschmuggel. Fast 19.000 Blauhelmsoldaten sollen im Rahmen der Monusco für Sicherheit in dem zentralafrikanischen Land sorgen. Wegen der Rebellion wurden hundert UN-Soldaten nach Kasai entsandt. Der 1999 ins Leben gerufene UN-Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo ist die am längsten andauernde und teuerste Friedensmission der Vereinten Nationen.

 

Von Michelle

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