IS-Video hat Konsequenzen für Syrien-Rückkehrer

6. Juli 2016 | Von | Kategorie: Arbeit & Soziales, Medien, News

Der Staatsschutzsenat am Hamburger Oberlandesgericht hat ein früheres Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der 27-Jährige aus Bremen habe sich der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation im Ausland schuldig gemacht. In einem aufgekommenen Video werden zwei Menschen hingerichtet. Er selbst hat nicht geschossen, sondern nur die Flagge der Terrororganisation IS im Video gehalten. Diese Tat werten die Richter jedoch als besonders verwerflich. Vor Gericht hatte der 27-Jährige offen über seine Erlebnisse im IS-Gebiet berichtet. Er reiste zusammen mit einem Freund aus Bremen nach Syrien und schloss sich dem IS an. Nach eigener Aussage, die der Staatschutzsenat für glaubwürdig hält, nahm er an keinem Anschlag oder Kampf teil. Die Bundesanwaltschaft hält das Video, was im Prozess vorgeführt wurde, für besonders verwerflich. „Die große Wirkung lässt die Bilder selbst zur Waffe werden“, sagt Bundesanwalt Gerwin Moldenhauer. Den Tätern komme es darauf an, Angst und Schrecken zu verbreiten. Glaubt man dem Angeklagten, erfasst der Schrecken der Bilder nicht nur die Zuschauer, sondern auch die deutschen IS-Kämpfer. „In Syrien habe ich relativ schnell erkannt, dass das alles Schwachsinn ist“, sagt er über seinen früheren radikalen Glauben. Er berichtet außerdem davon, dass es beim IS viele Europäer gebe, die dasselbe erkannt hätten und wieder zurückwollten, aber nicht könnten. Der IS kontrolliere alles, außerdem hätten sie sich schon an Verbrechen wie Hinrichtungen beteiligt. Die Hassprediger, die junge Leute in den Kampf lockten, müssten bestraft werden, fordert der Angeklagte in seinem letzten Wort.

 

Von Dion

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