Mord vor 12 Jahren aufgeklärt

16. März 2016 | Von | Kategorie: Medien, News

Das Hamburger Landgericht hat wegen eines Mordes vor zwölf Jahren einen 46-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Dass der Angeklagte in der Nacht zum 4. Oktober 2003 den Liebhaber seiner Frau mit einem Messer angriff, hielt die Strafkammer für erwiesen. Zusammen mit einem Komplizen sei der Täter in die Hamburger Zweitwohnung des 38 Jahre alten Geschäftsmannes aus Delmenhorst eingedrungen und habe ihn mit 28 Schnitt- und Stichverletzungen getötet. Damals konnte dem heute 46-Jährigen nichts nachgewiesen werden, da Freunde ihm ein falsches Alibi gaben. 2006 ertrank der Komplize in der Türkei. Die neuen Ermittlungen entstanden durch die Aussage eines anonymen Informanten. Dieser meldete sich im Jahr 2012 und teilte den Behörden mit, dass der Mittäter ihm von der Tat berichtet habe. Der Fall wurde von der Polizei wieder aufgenommen und selbst verdeckte Ermittler kamen zum Einsatz. Ende September 2014 wurde der Angeklagte verhaftet, er bestritt aber zunächst sämtliche Vorwürfe.

Während des fast einjährigen Prozesses tauchte die Schwester des Komplizen auf. Das Gericht vernahm sie mehrfach. Die Frau konnte genau wiedergeben, was ihr Bruder ihr nach der Tat gebeichtet hatte. Daraufhin legte der Angeklagte auch ein Teilgeständnis ab. Das Tatgeschehen konnte auch dank einer weiteren wichtigen Zeugin rekonstruiert werden, denn eine Nachbarin hatte gleich nach der Tat mehrere Aussagen bei der Polizei gemacht. Die Tat könne umgangssprachlich als grauenhaft oder schauderhaft bezeichnet werden, sagte der Richter Joachim Bülter. Aber sie sei nicht grausam im Rechtssinne. Die Tötung habe nicht lange gedauert. Gleich zu Anfang hatte Bülter erklärt:,, Wir haben Sie nicht verurteilt, weil wir Sie für einen durchweg schlechten Menschen halten.“ Und stellte fest:,, Das sind Sie sicher nicht.“

 

Von Dion

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