Chemie-Anschlag im Flensburger Flüchtlingsheim

2. März 2016 | Von | Kategorie: Arbeit & Soziales, Lokales, News

Am vergangenen Freitag in Flensburg, abends um 22:50 Uhr gossen Unbekannte eine ätzende Flüssigkeit durch das zur Johannisstraße gelegene, auf Kipp stehende Fenster eines Flüchtlingsheims und verletzten zwei Syrer. Den Anschlag meldete die Polizei erst am Dienstag kurz vor Feierabend und war für Nachfragen danach nicht mehr zu erreichen. Bewohner der Einrichtung berichten, dass zwei junge Syrer, die sich in dem Duschraum aufhielten, akute Atemprobleme bekamen. Der Wachdienst hatte dem Geschehen offenbar keinerlei Bedeutung beigemessen. Er informierte weder sofort seinen Vorgesetzten, noch die Polizei. Stattdessen soll der Mann die Spuren des Anschlags weggespült haben.

Die Sache sei erst am nächsten Tag herausgekommen. Es heißt, unter den Bewohnern habe es zunächst keine Unruhe gegeben. Erst seit Anfang der Woche machte die Geschichte dieses Ereignisses die Runde. In der überwiegend von syrischen Flüchtlingen bewohnten städtischen Unterkunft ist man froh, dass der Chemie-Anschlag durch den Sanitärbereich auf der Rückseite des Gebäudes so glimpflich verlief. ,,Es geht beiden wieder richtig gut“, berichtete ein Mitbewohner. Die Koordinatorin der Flüchtlingshelfer vom Bahnhof ,,Refugees Welcome“ hatte noch gar nichts von dem Zwischenfall gehört. ,,Das ist einfach nur furchtbar“, meinte sie. ,,Wir müssen solche Vorfälle zum Anlass nehmen, uns ständig zu überprüfen. Reichen die Schutzmaßnahmen? Brauchen wir mehr oder anderes Personal?“ Vor allem aber sagte sie, dass dieses Ereignis Anlass für verbindliche Meldungsketten sein muss. Dass Spuren beseitigt wurden, statt die Polizei zu rufen, sei denkbar schlecht.

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