95-jähriger wird wegen Beihilfe zum Mord in tausenden Fällen angeklagt

2. Dezember 2015 | Von | Kategorie: News

Der Beschuldigte soll als SS-Sanitäter im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau tätig gewesen sein. Der ehemalige KZ–Sanitäter aus Neubrandenburg muss sich nun im Gericht wegen Beihilfe zum Mord  verantworten. Dem Mann wird Beihilfe zum Mord in 3.681 Fällen vorgeworfen. Er soll vom 15. August bis zum 14. September 1944 in der SS-Sanitätsdienststaffel Auschwitz-Birkenau als Unterscharführer tätig gewesen sein. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Schwerin wusste er, dass es sich bei dem Lager in Auschwitz-Birkenau um ein Vernichtungslager handelte. Er sei dabei gewesen, als mindestens 14 Deportationszüge im Vernichtungslager ankamen. Da sich der Mann „in die Lagerorganisation unterstützend“ eingefügt habe, habe er an der Vernichtung mitgewirkt und diese befördert, so die Staatsanwaltschaft. Es gab einen langen Rechtsstreit um die Verhandlungsfähigkeit des 95-jährigen, aber das wurde nun geregelt. Das entschied das Oberlandesgericht Rostock aufgrund eines psychiatrischen Gutachten. Wann die Verhandlung beginnt, ist noch offen. Nach Ansicht des OLG ist die öffentliche Verhandlung dem Angeklagten zuzumuten, zumal ihm drei Verteidiger zur Seite stehen. Die Beweisaufnahmen beschränken sich auf Urkunden und dem Vorlesen früherer Zeugenaussagen. Gravierende Gefahren für das Leben und die Gesundheit des Angeklagten durch die emotionale Belastung seien nicht ersichtlich.

Von Benjamin

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