Das Zweite-Klasse-Internet

19. September 2013 | Von | Kategorie: Medien
Gegen Aufpreis schnellerer Videos? Das Inklusivpaket mit Musikabos? Ebenso können sich Unternehmen bei den Providern
garantierte Geschwindigkeit bei der Übertragung von Daten sichern. So sieht es eine neue Verordnung der EU-Kommission
vor, die am 12.9.13 vorgestellt wurde und nun schnell umgesetzt werden soll.
Die Telekom macht es im Mobilbereich bereits vor: Nutzer mit Smartphones können sich den Musikdienst
Spotify dazubuchen, die anfallenden Daten werden nicht aufs Datenkontingent angerechnet. Nutzt man ein
Angebot der Konkurrenz, ist die angebliche Flatrate dagegen schnell aufgebraucht. Kritiker sprechen deswegen
schon von einem „Zwei-Klassen-Internet“ in diesem Bereich. Tatsächlich könnte es Dutzende solcher Klassen geben:
Je nach Provider und Vertrag wären diverse Zusatzdienste denkbar.
Für Nutzer wäre das unübersichtlich, für die Provider eine willkommene Einnahmequelle.
Neelie Kroes, die zuständige EU-Kommissarin, lobt ihren Vorschlag trotzdem: Erstmals gebe es
einen unionsweiten Schutz der Netzneutralität, heißt es in der Pressemitteilung. Echte Netzneutralität
ist das Gegenteil von Zwei-Klassen-Internet: Alle Daten müssen gleich behandelt werden, niemand kann sich auf die Vorfahrtsspur einkaufen.

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